Gerhard Artmann – mein Weg zum Trading

Die frühen Jahre

Die Börse übte schon früh eine große Faszination auf mich aus. Sobald ich volljährig war kaufte ich meine ersten Aktien und durchlief in den folgenden Jahren eine typische Trading-Karriere: Meine Investments wurden spekulativer; was ich auf der Aktienseite gewann, verlor ich wieder mit Optionen und Optionsscheinen.

Unterm Strich war ich ein engagierter Spieler in einem großen, für mich mäßig rentablen Nullsummenspiel. Den Höhepunkt erfuhr diese Entwicklung mit dem New Economy Hype zur Jahrtausendwende, als ich prozyklisch meine Aktivitäten und Einsätze ausweitete, um schließlich mitanzusehen, wie sich innerhalb kurzer Zeit meine ansehnlichen aufgelaufenen Gewinne in noch ansehnlichere Verluste verwandelten.

So bitter diese Erfahrungen auch waren – ich war zuletzt auf Kredit eingestiegen; mein Depot hatte nur noch symbolischen Wert; den Kredit musste ich mühsam über die nächsten Jahre zurückzahlen – so wenig beeinträchtigten sie mein Interesse an der Börse. Ganz im Gegenteil: Getrieben von der Suche nach funktionierenden Strategien saugte ich begierig alles an Information auf, was ich finden konnte.

Und ich hatte verstanden, dass mich bauch- und zufallsgetriebene Trading-Entscheidungen nicht weiter brachten. Endlich begann ich, mir das Know How und den theoretischen Überbau anzueignen, die es mir schließlich ermöglichten, systematische und reproduzierbar profitable Strategien zu entwickeln.

Der Traum vom vollautomatischen Handelssystem

Einen Quantensprung bedeutete für mich dabei die Entdeckung von Tradesignal Online (www.tradesignalonline.com), einer Trading Plattform, mit der ich schnell und flexibel Handelsstrategien entwickeln und backtesten konnte. Damit stieß ich bei meiner „Suche nach dem heiligen Gral“ in eine neue Dimension vor.

Nach vielen Jahren kam plötzlich mein Wissen aus dem Informatik-Studium und aus meinen ersten Berufsjahren als Softwareentwickler und – Designer wieder zur Anwendung. Ich war euphorisiert und nutzte jede freie Minute. Bis tief in die Nacht hinein analysierte ich jeden der über 100 angebotenen Indikatoren und programmierte, testete und optimierte ich meine Strategien.

Die Aussicht war einfach zu verlockend: Die Entwicklung eines vollautomatischen Handelssystems. Ich würde das System morgens starten und abends nur noch die Gewinne überprüfen.

Obwohl ich mittlerweile eine Reihe von Strategien implementiert hatte, die in meinen Backtests ganz passable Ergebnisse lieferten, brachten mich meine weiteren Tests, Recherchen und Gespräche mit professionellen Entwicklern von Handelssystemen zu der Erkenntnis, dass vollautomatische Systeme zwar funktionieren und systematisch positive Renditen generieren können, dass diese Renditen aber für mich in einem zu schlechten Verhältnis zum dafür notwendigen Aufwand standen. Insbesondere dann, wenn ich den maximalen Drawdown auf eine akzeptable Größe beschränken wollte. So verabschiedete ich mich schweren Herzens mehr und mehr von dieser Idee.

Die Rückbesinnung auf den Faktor Mensch

Während sich meine Skepsis gegenüber vollautomatischen Handelssystemen zunehmend verfestigte, eröffnete ich eine weitere höchst spannende und lehrreiche Etappe auf meiner Entdeckungsreise: Ich ging dazu über, diskretionäre Strategien von erfolgreichen internationalen und auch deutschen Tradern zu erwerben und diese Strategien zu erlernen.

Dabei hatte jedes dieser Systeme Komponenten, die mich überzeugten, aber auch manche Aspekte, die ich nicht für sinnvoll erachtete oder mit denen ich mich nicht identifizieren konnte. So wurde mir immer klarer, dass ich meine eigenen, auf mich zugeschnittenen Strategien entwickeln musste, die sich sowohl aus den wertvollen erlernten Komponenten als auch aus meinen eigenen Erfahrungen zusammensetzen.

Sobald ich ein neues System erworben hatte, wollte ich die Analyse- und die Trademanagement-Phase möglichst weit automatisieren. Da einige dieser Systeme auf MetaTrader 4 ausgelegt waren, bedeutete dies für mich den Einstieg in die MT4-Programmierung.

Mittlerweile ist daraus ein umfangreiches und mächtiges Set von Tools sowohl für Tradesignal Online als auch für MetaTrader 4 entstanden, das es ermöglicht, die Anwendung der diskretionären Strategien weitgehend zu automatisieren. Diese Tools werde ich in den kommenden Monaten sukzessive auch als Produkte anbieten.

Natürlich spürte ich immer wieder auch den Impuls, eine diskretionäre Strategie voll zu automatisieren, d.h. auch das Einstiegssignal automatisch zu generieren. Mit der Zeit erkannte ich aber, dass die Profitabilität dieser Strategien genau in dem Teil steckt, der sich eben nicht automatisieren lässt: Nämlich in dem menschlichen Filter des Traders, der aufgrund seiner Erfahrung anhand des gegebenen Gesamtkontextes entscheidet, ob er er ein vorliegendes Signal tradet oder nicht.

Meine Vita

1981 – 1987
Studium der Informatik an der TU München
Abschluss: Diplom-Informatiker

1988 – 1994
IT-Branche
Trainee-Ausbildung, SW-Entwickler, Projektleiter,
internationales Projektmanagement

1994 – 2001
Telekommunikationsbranche
Manager

2001 – 2011
Personalberater, Schwerpunkt IT- und TK-Branche

Seit 2012
selbstständiger Investor und Börsentrader